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Kann denn Liebe Sünde sein?



Im Bistro von 'Null Komma' nichts verliebt, schauen sich die Beiden an. Die mächtige Liebe hat im Anzusehen wieder unser Land und viele Leute verzaubert. Es ist schon eine kleine Gemeinheit in der beobachteten Zwiesprache mit uns selbst, sowie zur immer gegenwärtigen Moral seit frühen Kindertagen. Geliebt werden darf immer dann, wann immer es die Liebe erlaubt. Dennoch folgt ihrer Bedenkenlosigkeit unweigerlich die Vernunft auf zumeist leisen Sohlen nach. Gelegentlich sogar mit ersten tapsigen Fußstapfen und bereits schon mit kräftigen Fußtritten nach wenigen Wochen der Selbstvergessenheit die sich jede junge Frau selbst errechnen kann.



Den Evergreen 'Kann denn Liebe Sünde sein?',
schrieb Bruno Balz in Berlin, als er 1936 aus dem Gefängnis in Plötzensee entlassen wurde. Dort wurde er wegen dem berüchtigten § 175 inhaftiert. So ganz nebenbei schrieb er hunderte Lieder zu bekannten Spielfilmen und ein Volkslied: "Auf der Heide blüh´n die letzten Rosen." Herbert von Karajan und Robert Stolz nahmen dieses Lied in ihre Kompositionen auf.
In staatlicher Gerichtsbarkeit und im Sündenspiegel der Kirchen konnte nicht nur die gleichgeschlechtliche Liebe in vergangenen Jahrhunderten verboten werden, sie konnte sogar den Tod in der Lebenswelt bedeuten. Denn die Liebe war den Liebenden ebenfalls verboten, wenn:

1. Die standesgemäße Gesellschaftsschicht dies nicht gestattete,
(Kaufleute und Bürger von Stande)
2. Die Handwerks- und Handelssordnungen dies nicht geziemten,
(Städteordnung der Zünfte und Nachfolge)
3. Die Herrschaft einer Hochzeit der Leibeigenschaft nicht zustimmte,
(Häusler und Landarbeiter / Fronabhängige)
4. Die Religion der beiden Liebenden dieser Ehe nicht zustimmte,
(ohne Converte keine Zustimmung)
5. Die Wartezeit der Witwen/er nicht eingehalten wurde,
(Witwen hatten eine Wartezeit von 7 Jahren)
6. Die andere Partnerhälfte m/w einfach nicht wahrhaftig sein durfte,
(Gleichgeschlechtliche Vereinigungen)
7. Die sittlichen Kindschaftsverhältnisse 2. Grades dies nicht erlaubten,
(Verwandtenausschluß von Geschwistern/Halbgeschwistern)
8. Die Väter nicht ihre erzeugten Kinder zur Elternschaft anerkannten.
(Adelsstand stand rechtlich vor dem Rechtsstand)
9. Der Vormund dem Mündel / den Töchtern den Umgang verboten.
(damals wie heute der Elternvorstand)

Alltägliche Sünden zu bedenken gibt es hier:

Seid darum guter Dinge, die ihr mit allem was Freude bereitet,
in freundlichen Tagen der Ökumene, und vor allem, 'Bleibt friedlich.'
Andreas H. Scheibner