Frieden und .., Frieden und ..,

Zum Frieden 2016 im April

Launen wie unser Wetter

Die kleinen Inselwelten der Azoren im Atlantik bestimmen weltweit unsere wechselnden Wetter in den aufsteigenden Temperaturen, immer dann wenn ihre erwärmten Luftmassen in den hohen Schichten des Globus bis über den Äquator von den kühleren Einflüssen der Sonneneinstrahlung angezogen werden und sie weiter darüber hinaus entlang Europas Geografien bis zur Arktis wandern.
Sie werden fachlich im wechselnden Luftdruck Zellen genannt, die dann nach ihrem Aufstieg in den abgekühlten Schichten der herabfallenden Strömungen jahreszeitlich wieder zurück zum Ursprung ihrer Entstehung fliessen.
Auf unseren Barometern sind dann die Isobaren in den Hoch und Tief an den Quecksilbersäulen abzulesen und füllen sich regelmäßig die Wartezimmer der Ärzte mit den Patienten, denen der schwankende Kreislauf im Klima sich mit rasenden Kopfschmerzen bemerkbar machen.

Den wirklichen Hochgefühlen in der Bevölkerung der herzlichen Willkommensgemeinschaften in den Gemeinden ist in den Bundesländern nunmehr nach zwei Jahren Begrüßungen und Sprachkursen ein Stimmungstief gefolgt. Verteilt brannten über Nacht in den Ländern der Bundesrepublik dort wo neue Unterkünfte für die Neuankömmlinge eingerichtet werden sollten die bereitgestellten, leeren und bezugsfertig eingerichteten Häuser. Wohnungen und Zwischenlösungen, die für die Kriegsflüchtigen bis zum anerkannten Asyl Unterbringung sein sollten. Dennoch beherbergen die Containerinseln eine bewahrte Hoffnung auf ein baldiges Kriegsende.

Nach ersten Ermittlungen und Befragungen fanden sich eindeutige Hinweise auf eine Beteiligung vor allem im Widerspruch der zunehmend ablehnenden Haltung zu diesen Neuankömmlingen, den asylsuchenden Flüchtlingen aus den Kriegsgebieten.
Verlauteten vielseitig argumentierte Meinungen vorgebracht nicht nur aus den vorgeblich ungebildeten, den eingeschränkt verständigen und gewalttätigen Schichten der Gesellschaft unter denen solche Brandstifter zu suchen sind.
Sondern in ihrer einfachsten Entstehung der Generationen der herangewachsenen Bundesbürger, die ihre selbsterklärten Werte und Vermögensgrundsätze gefährdet verstehen.
Doch welches sind diese erklärten Wertvorstellungen, die ihre Humanität in Frage stellen?

In den vergangenen Jahrzehnten seit Gründung, Bildung und Lernfähigkeit der Bundesrepublik gab es immer wieder dieses Hoch der Gefühle, in einer aufsteigenden Sehnsucht die nach horizontaler Zugehörigkeit seiner Bürger in der vergleichenden Selbstbestätigung verlangte.
Zu Anfangs noch der Jugendlichen, die ihrer Vor- und Kriegsväter Gepäck der Argumente mit sich trugen. Dann aber auch in den nachwachsenden Generationen, die ihre eigene Orientierung in die Zukunft wollten und ihren Vorvätern deren Vergangenheit sogar zum Vorwurf machten. Trennten sich die groben politischen Orientierungen in ein Rechts und Links. Denn schließlich gab es bereits schon eine Kristallnacht, und brannten die Synagogen in Deutschland.

Vor dem allmählichen Bewußtsein eines gemeinsamen Europa der Staaten, vor Erasmus und Pisa waren dies fast immer nationale Betrachtungsweisen und Gruppierungen, die gezielt die geeigneten Eigenschaften eines jungen Menschen ansprachen. Die sich vor den Schulen mit verschenkten Musik-CD und plakativen Bannern aufstellten, auf denen eine ziemliche Volkshetze in der Propaganda verherrlicht, völkische Lieder gesungen und im fremdenfeindlichen Rassismus zu gewaltsamen Inhalten aufgerufen wurde.
Solches Agieren mit einer schon im Kindesalter beginnenden kameradschaftlichen Pseudoideologie, denen aggressive Parolen und nazistische Symbole folgen, ist ein versuchtes Manipulieren der Jüngsten im Volk.
Nach etlichen Jahrzehnten ziemlicher Duldsamkeit der Behörden, und erst allmählich und auf Grund der Beschwerden durch die Kirche, wurden die jährlichen Versammlungen der volksdeutschen, rechtsnationalen Wicking-Jugend in Hermannsburg/Niedersachsen verboten. Folgten etliche weitere Verbote überall dort, wenn diese Organisationen sich im wahren Inhalt der Menschenverachtung zu erkennen gaben.

Deutschland ist schön, und singen wir ebenso gerne unsere Fahrten- und Wanderlieder in den Ferien, die von den demokratischen Organisationen wie dem BUND, den Falken und etlichen christlichen Pfadfindergruppen der Jugend angeboten sind. Viele ihrer gesungenen Lieder sind von Nord bis Süd, in Ost und West und über alle Grenzen hinaus bekannt. Sind sie in den verbreiteten Liederwolken und Sonnenstrahlen bisweilen sogar international gesungen.
Wenn auch eine sehr beengte Sichtweise der Urlaubsregionen sich die dichte Bevölkerung pro Quadratmeter an den Meeresküsten, in den Skigebieten und beliebten Ferienorten teilen müssen. Nachdem fast überall in den einst bevorzugten, südlichen Gefilden jenseits der Alpen derzeit die Ängste der Kriegsgewalt mit den angelandeten Flüchtlingen zu spüren sind. Und entfernt jenseits des Mittelmeeres dort ein explosives Gemisch aus Bürgerkrieg und Notstandsgebiet vorherrschend wurde.
Wirklich sicher sind wir dennoch nirgendwo vor der möglichen Anarchie, einer Gewalt im Volk ebenso nicht wie den vereinzelten Angriffen auf die ordentliche zivile Bevölkerung, wie sich selbst ein entstehendes und freies Europa definiert, in dem sich jeder selbstständig bewegen darf. Wurden in Norwegen ebenso die Jugendlichen in einem Anschlag eines einzelnen, kranken Todesschützen umgebracht, wie sie von einer Terrorgruppe in Brüssel und Kopenhagen in die Luft gesprengt und in Paris erschossen wurden. Waren dies Anschläge auf die Werte der persönlichen Freiheit unserer Zukunftsgesellschaft, zu der sich Europas Gemeinschaft erklärt hat.

Bei uns sind seit kleinen Ewigkeiten etliche Teilstrecken der historischen Handelswege ausgewiesen, des europäischen Wanderweges der Hanse, des Salzweges, der Ostsee-Alpinen Überquerungen, die wir nach Italien, nach Compostella und sonstwohin bewandern können, und wird ein Urlaubspaar mit nur einem Kind pro Familie allmählich nicht mehr an der Herberge abgewiesen. Mit Rucksack und Wanderschuhen, können wir uns bei Wind und Wetter sogar ein wenig wie ein Flüchtling fühlen, dem der Regenschauer und die kalten Fröste nichts ausmachen, in der Hoffnung den ordentlichen, aber ärmlichen Lagern den Rücken zu kehren. Wenn uns dann die Hitze und Kälte zusetzen, sind wir bald erschöpft und sind wir glücklich mit einem Bärenhunger in der Zivilisation irgendwo einkehren zu können.

Unsere Sehnsucht der Zivilisation kennt etliche dieser Ausbrüche aus der erstellten Ordnung und der eingerichteten Systeme. Die uns schon von Kindheit an zu Formularen und Papierfluten, zu angespitzten Bleistiften und zeitlicher Pünktlichkeit verpflichten. Zur Disziplin in den Schichten der Aufstiegsleitern, der Bankenkonten und Versicherungen, der Schulbesuche und erstrebten Studiengänge, die einen gesicherten Lebenslauf vorzeichnen, den man eigentlich nur noch irgendwie und möglichst zielgerichtet absolvieren muß. Und sich die Charaktere der Jugend ganz unterschiedlich, aber auch selbstbewußt darauf einstellen.

Mit einer solchen garantierten Selbstsicherheit der Wegweisung ist es kaum vorzustellen, daß es sehr wirklichkeitsnah noch ganz andere Schicksalswege geben kann. Bemerken wir dies zum Beispiel an den Hochschulen und Universitäten, die heute zumeist verwaiste Vorräume aufweisen, wo in früheren Jahren streitbare Schriften und Diskussionen stattfanden. Werden Studierende schon als vereinzelte und verirrte Sonderlinge betrachtet, wenn sie nur eine andere und außerordentliche Professur, eine ungewöhnliche Lehre und Theorie erklärt haben möchten.
Ganz offensichtlich aber, anzusehen in allen Debatten der Politiker, ebenso wie in den befragten öffentlichen Meinungen, ist in der Bereitwilligkeit der Bürger irgendwie helfen zu können, eine herangebildete Grundstimmung vorhanden, die es zu befürworten gibt.
Ebenso wie in der bewegten Gesellschaftsordnung etwa Gutes zu tun, tun uns die Flüchtlinge gut, wenn sie zumeist ärmlich, aber mit viel Lebenskraft zu uns gelangen konnten. Ist ihre Jugend ebenso motiviert und angereichert mit ihren ganz eigenen Denkvorgängen. Und wird eine anschließende, europäische Umverteilung der Mengenrechnung, nach ersten Maßnahmen in der Zeitentwicklung folglich ganz natürlich sein.

Diese Entwicklung wird aber auch in allen anderen gesellschaftlichen Schichten mit gemischten Gefühlen der Höhen und Tiefen betrachtet, die eine gesellschaftliche Ordnung von der Wiege bis zur Bahre, wie die unsere Gegenwart bislang und bis heute gehegt hat, und sie demnächst über siebzig Jahre interdisziplinär in den Bürokratien, Parteien und Kirchengesetzen sorgsam und auch ein wenig ängstlich um die eigenen Beteiligungen pflegte.
Eine Mitverantwortung, die den preussischen Untertanen ebenso wie die 'Deutschen' zum sozialen Bürger heranwachsen und werden ließ. Ihnen die Pflichten auferlegten und ihre Rechte erklärten, und in der technologischen Entwicklung, in den Kontrollen der Aufsichten und mit der elektronischen Zuständigkeit nach und nach in den kleinsten Regularien, den gesammelten Daten und Karteikarten, den Geldgeschäften und steuerlichen Erleichterungen die Staatlichkeit formte. Mt der man sich dann zur Bürgerpflicht am Jahresende hervortun konnte, und in der man zu einer weiteren vorhergedachten Perfektion bestrebt ist.

Eine solche Regulierung, die gelegentlich überbeansprucht wird, läßt eine andere Denkweise nur ungern zu. Und sind die Ausnahmen und gewollten Veränderungen daraus stets mit einigem Mißtrauen betrachtet. Werden sie in der Rechtsorientierung angesehen und mit der gebotenen Gerechtigkeit im entstandenen Pflichtbewußtsein inkraft gesetzt, in der sie in uns die Selbstverständlichkeit bewirkte ein anerkannter Bürger des Staates zu sein. Ist dennoch der jüngeren Jugend ein natürlicher Lebenshunger ebenso zugestanden, wie ihr zugleich die sogenannten Applikationen im Handyshop offeriert werden und die Vernetzung untereinander möglich geworden ist.
Aber auch im Engagement in den verantwortlichen Workshops, den Gruppen der Projekte und der engagierten Beteiligung zu etlichen Vereinen, wie eben auch den ausserparlamentarischen Hilfsorganisationen. Eine zunehmende Gewalt des Krieges in anderen Ländern schränkt diesen mitmenschlichen Willen zur Humanität sehr ein, und läßt sich fragen ob diese Reduktion nicht sogar wieder zur Isolation der Gedanken- und Meinungsfreiheit führen kann, wie sich in den einzelnen Ländern Europas eine solche zuweilen verlauten läßt. Und ein aktueller, selbstherrlicher Populismus, der die Sachlichkeit vermissen läßt, diese Ängste im Volk in der Stundenpropaganda schürt und für sich nutzt.

Zur inneren Befriedigung suchte Deutschland wiederum mit den militärischen Einheiten die Beteiligung am weltlichen Geschehen ausserhalb der kontrollierten Grenzen unseres Staatswesens.
Vielleicht in der vermeintlichen Abenteuerlust, die sich in der Gemeinschaft mit anderen Streitkräften ergibt, wollten wir am Leben und Sterben dort draußen in Afghanistan unbedingt dabei sein, und wurden von unseren Staatsmännern und Frauen die Soldaten in den sicheren Tod geschickt, den eine jede kriegerische Beteiligung, gleichwie ob in einer Friedensmission oder in der eigenen Verteidigung, immer fordert.
Doch sollte einschränkend die höhere Bestimmung des Weltfriedens mit den Maximen der Vereinten Nationen unser Maßstab sein, die sich derzeit mit ihren militärischen Resolutionen und 3.249 deutschen Soldaten weltweit ergeben haben.
Wurden vom Staatswesen der Ministerien die dienstlichen Anweisungen herausgegeben, die Werber in die Schulen zu senden, wie die Anwerber in den Vorträgen zur Bundeswehr schon seit den Zeiten genannt sind, als Könige und Fürsten noch Soldaten für die Kolonien in der Neuen Welt verlangten. Und mancher Fürst seine jungen Männer im Volk einfach für Gold und Gulden verkaufte.
Dennoch sind wir erschüttert, wenn an einem Abend auf unserem eigenen Terrain der europäischen Sorglosigkeit mit einer herangeschlichenen Vergeltungsaktion, die gleichwie argumentiert wird, viele Zivilisten auf einem Konzert, in einer Ansammlung der Menschen, in den bisherigen gewaltsamen Aktionen sterben mußten.

Die Flut der Menschen, die mit nicht weniger als ihrer vertieften Hoffnung auf einige Jahre Frieden zu uns kommen, kann uns verändern und wird uns verändern. Sie ist nicht nur die biblische Flut der wundervollen Arten des weltlichen Menschen, ganz gewiß nicht immer.
Doch aber ist sie Anlass uns selbst und unsere Bedeutsamkeit in der Welt der wechselnden Hoch und Tief zu überdenken. Den Lebenssinn in manchem Lebenskampf der Konflikte weltweit, und die Zukunft, in die wir unsere Kräfte und Erkenntnisse um eine friedliche Lebenswelt der Vielfalt investieren wollen.

A.H.S.



Traumatische Bilder



Dieses Bild zeichnete ein Kind aus Syrien.