'Willkommen zu einem Cappuccino, Espresso oder Café Late'



Die Gärtner und ihr Kindergarten



Wie jedes Jahr um diese Zeit ist schon längst zuvor alles geplant gewesen. Sommerzeit ist Reisezeit und geht die Liebe bereits in der Vorfreude ein und aus. Für einige Wochen Entspannung verabredet man sich mit dem Kollegen oder auf einer niveauvollen Internetseite, mit der man letztlich allein am Flughafen mit den trauten Weissagungen steht und erinnert sich an den Rat der Eltern. Nicht den oder die nächste Beste, aber den Allerbesten.

Es ist natürlich mit der Intelligenz im Theater des Lebens so eine Sache. Zuweilen in der Vorfreude wiederholen sich alle die Dramen und Komödien in der Abgeschiedenheit des Lebens, denn sonst wären sie vermutlich längst vergessen.
Im Seitenblick auf die Gegenwart garantierten einst schmunzelnde Finken und ihre überzogenen Scheibenwischerkollegen auf den Bühnen ebenso, wie reimende Dummchen und zugespitzte Tiefgänge ihre Lacherfolge. Gut für die angespannten Tageszeiten ging politisches Kabarett einen Schritt weiter und zur kritischen Betrachtungsweise über, waren sie Humoreske und Fragezeichen zum Alltag, die den Politiker, ihre Reden in den Kabinettstückchen aufmerksam in der Karikatur beobachteten.
Und noch heute lachen wir am liebsten über uns, zuweilen selbst im Parkett und den Nächsten dort auf der Bühne des Lebens.
In meinen Jahren der Jugendfreunde in Berlin gab es sehenswert die Berliner Stachelschweine und Kabarettisten Wühlmäuse. Wir wurden mit ihrer Freiheit zum freien Bewußtsein selbstbewußter in den Ansichten.
Wenn mir heute in der Parodie des Uno-Kindergartens jemand die aufgeführte Satire erklären möchte, will sich darum kein wirklicher Humor einstellen und bleibt zuweilen nur ein zaghaftes Lächeln der Verzweiflung. So wie es dort manchen der Aufrechten ergehen wird, sobald nach endlosen Stunden der Tagungen, der Eingaben und Vorträge zu Krieg und Frieden, zu Tod oder Leben letztlich ein UN/vorhersehbares Veto ausgerufen wird.
Und dennoch können die Vorreden allmählich etwas bewirken.

Die einstige Sehnsucht der Berliner nach Amerika, die nach 1989 einen zweiten Frühling auf der Route 66 erlebte, steht mittlerweile ebenso Kopf im diplomatischen Geschick, wie die nebeneinander gereihten pinkfarbenen Cadillacs in Berlin einstige Geschenke der Künstlerszene der USA sind. Die den Kindern der Zukunft mit ihrem Austritt aus der UNESCO keine Hilfe sein können.
Einst besuchten die Politiker unsere christlichen Kindergärten, fanden sie die eingerichteten Raucherecken in den Schulen irgendwie grässlich und wurde daraufhin der hauseigene Nikotinkonsum aus öffentlichen Häusern verbannt.
Den Zweiflern an der Zukunft bleibt zum Ursprung der einst grenzenlosen Moderne am Grabe des angebeteten Elvis Presley die ausgerollte Erinnerung und ein von ihm besungenes 'In the Ghetto' mit genügender Ernsthaftigkeit der Glaubensrichtungen im gelobten Land. Aktuell können bewegte Reisende in ihren Erinnerungen an den Gedenkstätten Jerusalems zur Nähe der sonstigen Narreteien, die wir zur Liebe Gottes kennen, mit den ersten Pionieren Israels 'Nun sind wir gemeinsam heilige Kirche' singen. Doch scheiden sich alsbald die friedlichen Geister wieder mit eigenem Geläut.

Gelegentlich aber spricht ein über allem Jux und Klamauk erhabener Gott heute noch ein paar Worte mit uns, und bedarf es dann etwas mehr der Aufmerksamkeit von uns in etlichen Begebenheiten. So ganz behutsam gibt es dann ebenso Segen wie Tadel von ihm, seine sanften Ermahnungen zum Anlass, und wie göttliche Liebe eben sein sollte, zum abgeblitzten Donnerwetter manchen Regenbogen.

Sohnemann und Sohnefrau haben in diesen Tagen geheiratet.
Eine Traumhochzeit wie im Bilderbuch. Und wunderschön.
Sogar ein bisschen interkonfessionell zwischen den Ansichten.
Und ist Grossvater in guter Hoffnung der süssen Gespielen,
die ihn nagelneu zum Feiertag der Reformation besuchen werden.


Seid darum guter Dinge, die ihr mit Freude bereitet,
unter freundlichem Himmelsblau, doch vor allem, 'Bleibt friedlich.'

Andreas H. Scheibner